Gemeinde Leutenbach

Seitenbereiche

Seiteninhalt

Lesen Sie hier Artikel nach

Informationen zur Regionalen Schulentwicklung in der Raumschaft Winnenden

Informationen zur Regionalen Schulentwicklung in der Raumschaft Winnenden
 
Stand: 20.12.2016

 

 
Über die Berichterstattung in der regionalen Presse wurden in den vergangenen Wochen viele Informationen und Meinungen zur aktuellen Schulentwicklung in der Raumschaft Winnenden transportiert. Die geplante Zusammenlegung der Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule Winnenden mit der Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule Schwaikheim stand dabei im Mittelpunkt der Berichterstattung.
Darüber hinaus ist die Entwicklung jedoch auch für alle anderen Schulen der Raumschaft von Bedeutung. Häufige Fragestellungen, die an die Schulen und Kommunen in der Raumschaft sowie an das Staatliche Schulamt Backnang herangetragen werden, sollen im Folgenden aufgegriffen werden.
 
Ist bereits eine endgültige Entscheidung zur Zusammenlegung der beiden Gemeinschaftsschulen in Winnenden und Schwaikheim gefallen?
Im Juni 2016 wurde erstmals deutlich, dass die Kostenschätzungen im Hinblick auf den geplanten Neubau der Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule deutlich den bis dahin eingeplanten Kostenrahmen übersteigen, so dass die Finanzierbarkeit in Frage gestellt werden musste. Es folgte eine lange Phase, in der die Situation eingehend erörtert, Gespräche geführt, Alternativen ausgelotet und geprüft wurden. In Gesprächen zur regionalen Schulentwicklung in der Raumschaft Winnenden wurde insbesondere auch die Möglichkeit der Zusammenlegung der beiden Gemeinschaftsschulen in Winnenden und Schwaikheim erörtert und als nicht einfachen, aber durchaus machbaren Weg eingestuft.
Am 29. November 2016 wurde erneut über das ursprüngliche Bauvorhaben der Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule im Gemeinderat der Stadt Winnenden abgestimmt. Mit 17 zu 9 Stimmen wurde der Neubau in Winnenden abgelehnt und der bereits eingeschlagene Weg zu einer Zusammenlegung der Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule Winnenden mit der Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule Schwaikheim nochmals bestätigt. Seitens des Gemeinderats in Schwaikheim liegt ein einstimmiger Beschluss für die Zusammenlegung der beiden Gemeinschaftsschulen vor.
Welche Bedeutung hat das von Bürgern der Stadt Winnenden initiierte Bürgerbegehren für diesen Entwicklungsprozess?
Trotz der eindeutigen Beschlussfassungen durch die kommunalen Entscheidungsträger ist es nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Winnenden den Schulhausbau durchführen muss. Grund dafür ist ein Bürgerbegehren, das von Bürgern der Stadt Winnenden initiiert wurde. Mindestens 7 Prozent der wahlberechtigten Bürger der Stadt Winnenden müssen das Bürgerbegehren mit ihrer Unterschrift unterstützen. Kommt die erforderliche Zahl an Unterschriften zustande muss der Gemeinderat über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden. Dabei handelt es sich um eine reine Rechtsprüfung, dem Gemeinderat steht dabei kein Ermessen zu. Ist das Bürgerbegehren zulässig, ist ein Bürgerentscheid durchzuführen,er wiederum die Stadt Winnenden trotz der vorliegenden finanziellen Problematik dazu zwingen kann, den Neubau der Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule durchzuführen.
Für den Fall, dass aufgrund des ggfs. stattfindenden Bürgerentscheids im Ergebnis der Neubau einer Gemeinschaftsschule in Winnenden realisiert werden muss, wird die Große Kreisstadt Winnenden das Angebot der Gemeinde Berglen, vier Klassenräume an der Sternschule Oppelsbohm im Sinne einer horizontalen Schulteilung nutzen zu können, eingehend prüfen.
Bis eine endgültige Klarheit hergestellt ist, werden noch einige Monate vergehen. Bis dahin wird der bereits begonnene regionale Schulentwicklungsprozess auf der Grundlage der erforderlichen Beschlüsse (Gemeinderatsbeschlüsse und Beschlüsse der schulischen Gremien) fortgeführt. Hierzu ist die Antragstellung zur Aufhebung und auslaufenden Weiterführung der Robert-Boehringer-Schule beim Staatlichen Schulamt Backnang aufgrund der Gemeinderatsbschlüsse vom 22. und 29. November 2016 bereits erfolgt.
 
Hat die Zusammenlegung der Robert-Boehringer-Gemeinschaftschule mit der Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule Auswirkungen auf die Gemeinschaftsschule Leutenbach?
Die Zahl der Gemeinschaftsschulen in der Raumschaft Winnenden wird durch die Zusammenlegung von drei auf zwei reduziert. Die Gemeinschaftsschule Leutenbach ist von der Zusammenlegung der beiden Gemeinschaftsschulen in Winnenden und Schwaikheim nicht betroffen. Sie wird wie bisher weitergeführt. Künftig werden die Gemeinschaftsschule Leutenbach und die Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule Schwaikheim den gesamten Bedarf an Schulplätzen an Gemeinschaftsschulen in der Raumschaft abdecken. Mittelfristig wird mit einer guten und konstanten Auslastung beider Gemeinschaftschulen in Leutenbach und Schwaikheim gerechnet. Schulbezirke werden nicht gebildet. Die beiden Gemeinschaftsschulen sind für alle Kinder der Raumschaft Winnenden zugänglich. Die Kommunen in der Raumschaft Winnenden planen eine Schulkostenvereinbarung abzuschließen.
Künftig werden sich alle weiterführenden Schulen in der Raumschaft Winnenden beim zentralen Informationsabend in Winnenden, der in jedem Jahr für die Eltern der Viertklässler organisiert wird, präsentieren. Auch die Gemeinschaftsschule Leutenbach und die Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule werden also dort vertreten sein.
Reichen die Schulplätze an den beiden Gemeinschaftsschulen in Leutenbach und Schwaikheim für die Schülerinnen und Schüler der gesamten Raumschaft aus?
Als vor einigen Jahren die neue Schulart Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg eingeführt wurde und Schulen die Möglichkeit erhielten, sich zu einer Gemeinschaftsschule weiterzuentwickeln, wurde im Rahmen von Gesprächen zur Regionalen Schulentwicklung festgelegt, an welchen Standorten Gemeinschaftsschulen entstehen sollen und wie viele weiterführende Schulen benötigt werden, um für alle Schülerinnen und Schüler einer Raumschaft einen Schulplatz vorhalten zu können. In Abstimmung zwischen Staatlichem Schulamt Backnang und den Kommunen im Rems-Murr-Kreis wurde damals das Ziel verfolgt, dass so viele Schulstandorte wie möglich erhalten bleiben, um den bestehenden Schulraum so gut wie möglich zu nutzen und unnötige Schulbauinvestitionen zu vermeiden.
Auch in der Raumschaft Winnenden – dazu zählen die Gemeinden Berglen, Leutenbach und Schwaikheim sowie die Stadt Winnenden – fanden sehr frühzeitig Gespräche zur Regionalen Schulentwicklung statt. Ziel war die langfristige Sicherstellung eines hochwertigen weiterführenden Schulangebots in der Raumschaft Winnenden.
Grundlage für die Entscheidungen zur Anzahl der weiterführenden Schulen und zu den Standorten der Gemeinschaftsschulen waren Vorgaben zur prognostischen Berechnung der erwarteten Schülerzahlen in der Raumschaft. Dabei standen Einwohnerzahlen und langfristige Geburtenzahlen ganz wesentlich im Mittelpunkt. Auf der Grundlage dieser Daten war die damalige Entscheidung für drei Gemeinschaftsschulen in der Raumschaft wohl begründet – in Leutenbach, in Schwaikheim und in Winnenden. Berglen konnte trotz eines hochwertigen pädagogischen Angebots als zahlenmäßig kleinste Kommune in dieser Raumschaft nach den Berechnungsvorgaben ihre Schule nicht zu einer Gemeinschaftsschule weiterentwickeln.      
Heute verfügen wir nun über Erfahrungen im Hinblick auf den tatsächlichen Bedarf an Schulplätzen an Gemeinschaftsschulen. Nimmt man diese Erfahrungswerte in den Blick, dann ist festzustellen, dass für die Schülerzahl, die sich bislang auf drei Gemeinschaftsschulen in der Raumschaft verteilt, auch zwei Gemeinschaftsschulen ausreichend sind. Genau vor diesem Hintergrund entstanden die Überlegungen zur Zusammenlegung der beiden Gemeinschaftsschulen Schwaikheim und Winnenden.
Die Gemeinden Leutenbach und Schwaikheim sollen künftig für die gesamte Raumschaft Winnenden die Schulträgeraufgaben im Bereich der Gemeinschaftsschulen wahrnehmen. Winnenden nimmt weiterhin für die Realschulen und die Gymnasien die Schulträgeraufgaben für die gesamte Raumschaft wahr.
 
Ab wann erfolgt die Zusammenführung der Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule und der Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule?
Geplant ist, dass die beiden Gemeinschaftsschulen in Winnenden und Schwaikheim bereits bis zur Schulanmeldung für das Schuljahr 2017/18 organisatorisch zusammengeführt werden. Das bedeutet, dass die Schulträgerschaft dann ab dem Schuljahr 2017/18 bei der Gemeinde Schwaikheim liegt und es nur noch eine Schulleitung gibt.
Vorübergehend wird die neue Gemeinschaftsschule jedoch an zwei verschiedenen Schulstandorten geführt: in Winnenden an der bisherigen Robert-Boehringer-Schule und in Schwaikheim an der Ludwig-Uhland-Schule. Zunächst werden also noch einige Jahre beide Schulstandorte parallel geführt. Die räumliche Zusammenführung beider Schulstandorte und Schulgemeinden am Standort Schwaikheim wird erst dann erfolgen, wenn die räumlichen Voraussetzungen dies in Schwaikheim zulassen, was voraussichtlich erst ab dem Schuljahr 2020/21 der Fall sein wird. Bis dahin teilen sich die Stadt Winnenden und die Gemeinde Schwaikheim die Kosten für den Schulbetrieb.
 
Was bedeutet die Zusammenlegung der beiden Gemeinschaftsschulen in Winnenden und Schwaikheim für die Schülerinnen und Schüler?
Von einem Schulwechsel betroffen sind ausschließlich Schülerinnen und Schüler der Robert-Boehringer-Schule und auch hier nur ein kleiner Teil der gesamten Schülerschaft. Die räumlichen Voraussetzungen zur Unterbringung aller Schülerinnen und Schüler am Schulstandort Schwaikheim liegen erst nach den geplanten Baumaßnahmen voraussichtlich im Schuljahr 2020/21 vor. Bis dahin werden die heutigen Schülerinnen und Schüler der Robert-Boehringer-Schule weiterhin in Winnenden zur Schule gehen. Bis der Umzug stattfinden kann, wird ein Großteil der Schülerinnen und Schüler der Robert-Boehringer-Schule bereits ihre Abschlussprüfung gemacht und die Schule verlassen haben.
Lediglich für die Schülerinnen und Schüler der aktuellen Klassenstufen 5 und 6 käme ein Schulwechsel nach Schwaikheim in Betracht. Da diese Schülerinnen und Schüler die Schule lediglich wegen einem bzw. zwei Schuljahren wechseln müssten, wurde den Eltern zugesagt, dass in enger Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften eine pädagogisch verantwortungsvolle und für alle tragbare Lösung erarbeitet wird.
Für die Schülerinnen und Schüler der künftigen Klassenstufe 5 im Schuljahr 2017/18 (Schulanmeldung im März 2017) ist ein Schulwechsel nach Schwaikheim erforderlich, der jedoch gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet werden wird.
Ab dem Schuljahr 2018/19 werden am Standort Winnenden keine Schülerinnen und Schüler mehr in Klassenstufe 5 aufgenommen.
 
Nach welchem pädagogischen Konzept werden die Schülerinnen und Schüler der künftigen Gemeinschaftsschule unterrichtet?
Zunächst ist zu sagen, dass sowohl die Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule Winnenden als auch die Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule sehr gute pädagogische Konzepte haben, auf deren Grundlage die Schülerinnen und Schüler derzeit sehr gut gefördert werden und Leistung erbringen können. Diese Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen kostete die Lehrkräfte beider Schulen viel Energie. Beide Kollegien sind von ihren Konzepten überzeugt.
Nun gilt es jedoch, ein neues pädagogisches Konzept für die künftige Gemeinschaftsschule zu entwickeln. Am besten gelingt dies, wenn man die bereits bestehenden Konzepte zu Grunde legt und diese gemeinsam zu einem neuen Konzept weiterentwickelt. Die gemeinsame Arbeit hierzu wurde bereits aufgenommen. Unter der Federführung des Staatlichen Schulamts Backnang hat sich eine Projektgruppe gebildet, in der die Schulleitungen der beiden Gemeinschaftsschulen in Winnenden und Schwaikheim sowie Lehrkräfte aus beiden Schulen vertreten sind. Um sich und die jeweilige pädagogische Konzeption in der Praxis besser kennen zu lernen, fanden zunächst gegenseitige Hospitationen statt. Anschließend wurden wesentliche pädagogische Leitlinien in den Blick genommen: Ganztag, Lernkonzept, Feedbackgespräche. Darüber hinaus wurden gemeinsam die jeweiligen Raumkonzepte betrachtet und die Anforderungen an die Räumlichkeiten konkretisiert.  
Die Erarbeitung eines gemeinsamen pädagogischen Konzepts wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ziel ist, dass ab dem Schuljahr 2018/19 der Unterricht auf der Grundlage des neuen pädagogischen Konzepts erfolgen kann. Bis dahin wird der Unterricht an den beiden Standorten Winnenden und Schwaikheim nach den bisherigen pädagogischen Konzepten stattfinden, so dass sich weder Schülerinnen und Schüler noch Eltern kurzfristig umstellen müssen. Selbstverständlich werden Eltern sowie Schülerinnen und Schüler fortlaufend Informationen zum weiterentwickelten pädagogischen Konzept erhalten. Auch wird gewährleistet sein, dass der Übergang von einem pädagogischen Konzept zu einem anderen pädagogischen Konzept fließend und transparent gestaltet wird, so dass Brüche und Verunsicherungen vermieden werden.
 
Wo und wann gibt es Informationsmöglichkeiten für Eltern und für die Öffentlichkeit?
Am 29.11.2016 wurde in der Gemeindehalle in Schwaikheim bereits ein Elterninformationsabend für alle Eltern der Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule und der Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule Winnenden angeboten. Leider haben nur wenige Eltern die Gelegenheit genutzt, Informationen aus erster Hand zu bekommen.
Grundsätzlich ist es immer möglich, einen weiteren Elterninformationsabend durchzuführen, wenn Eltern einen Bedarf hierfür sehen.
Am 18. Januar 2017 findet um 19.30 Uhr in der Hermann-Schwab-Halle in Winnenden ein zentraler Informationsabend aller weiterführenden Schulen in der Raumschaft (Gemeinschaftsschulen in Leutenbach, Schwaikheim und Winnenden, Gymnasien und Realschulen in Winnenden) statt. Hierzu sind alle Eltern aller Viertklässler in der Raumschaft Winnenden eingeladen. Außer den Schulleitungen der weiterführenden Schulen wird auch ein Vertreter des Staatlichen Schulamts Backnang anwesend sein, so dass Fragen zur Zusammenlegung der Gemeinschaftsschulen in Winnenden und Schwaikheim sowie zum Prozess der regionalen Schulentwicklung aufgegriffen und beantwortet werden können.
Am 2. Februar 2017 findet um 19.30 Uhr in der Mensa der GMS Leutenbach ein FORUM Gemeinschaftsschule statt, zu dem Eltern, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger aus den Kommunen der Raumschaft herzlich eingeladen sind.