Erneuerung von Schottergärten ist unzulässig

Gerade jetzt während der letzten heißen Tage spürt man, dass Schottergärten weder für Pflanzen und Tiere, noch für uns Menschen besonders gut sind. Die Steine heizen sich tagsüber immens auf und erhöhen so messbar die Umgebungstemperatur. Selbst nachts geben sie weiter Wärme ab und wirken so wie eine Außenheizung. Neben dieser künstlichen Erwärmung des Mikroklimas haben Schotterungen anstelle eines lebenden Vorgartens weitere ökologische Nachteile:
 
Aufgrund der oftmals spärlichen und rein dekorativen Bepflanzung mit Bambus, Rhododendron, Buxbaum und Co. finden Insekten und Vögel wenig bis keine Nahrung. Selbst wärmeliebende Reptilien mögen die monotonen Flächen nicht. Werden dann noch Pestizide zur Unkrautbekämpfung eingesetzt, endet letztlich das verbliebene Leben auf und im Boden.
 
Aber auch für den Eigentümer ist die vermeintlich kostengünstige und pflegeleichte Schotterung genau das Gegenteil. Bereits die Anschaffung des Materials übersteigt die Kosten einer Bepflanzung. Und auch die Pflege des Schotters (Laubbläser, Hochdruckreiniger, regelmäßige Komplettreinigung etc.) ist zeit- und kostenintensiv.
 
Rechtlich sind Schottergärten seit August 2020 durch den § 21a Naturschutzgesetz in Baden-Württemberg zur Gartengestaltung nicht mehr erlaubt. Auch ein kompletter Austausch dieser Steine stellt eine Neuanlage des Schottergartens dar, die nach aktueller Rechtslage nicht mehr zulässig ist.
 
Möchten Sie Ihren Schottergarten ökologisch aufwerten, um Insekten und Vögeln einen Lebensraum und Nahrung zu bieten, können Sie sich bei Landschaftsgärtnern oder bei Naturschutzverbänden (bspw. NABU) über Alternativen zu Schottergärten informieren.